1. GEGENSTAND

Styrobet und Isobet sind isolierende Mörtelsorten, die als thermisch isolierende Unterlage für Fußböden benutzt werden.

Die Mörtelschicht wird auf dem tragenden Boden (zum Beispiel Beton, Holz, ...) als Unterlage für den Deckboden angebracht. Sie kann zugleich als Auffülllage für Leitungen mit unterschiedlichen Höhen fungieren.

Styrobet- und Isobet sind für die Verwendung in Gebäuden mit einer Gesamtbelastung von < 6 kN/m² (Wohnungsbau, Büros, Pflegeheime, ...) bestimmt. Styrobet und Isobetmörtelsorten können sowohl im Neubau als auch bei der Sanierung verwendet werden.

Auf die isolierende Unterschicht muss stets eine druckverteilende Schicht aufgebracht werden, zum Beispiel ein Sand/Zement-Deckboden.

2. MATERIAL

Styrobet und Isobet sind Mörtelsorten mit leichten isolierenden Füllstoffen, die auf der Baustelle in einer geeigneten Mischmaschine angemacht werden.

Styrobet wird mit der benötigten Menge Bindemittelzement geliefert, die bereits zugefügt ist.

Isobet wird ohne Zement als Bindemittel geliefert; dieser muss noch auf der Baustelle zugefügt werden.

Die Mörtelsorten Styrobet und Isobet sind aus folgenden Grundstoffen zusammengesetzt:

  • isolierende Granulate
    - expandierte recycelte Styroporkörner (Ø 2 bis 4 mm)
    - expandiertes Vermikulit (Ø bis 3 mm)
  • trockene Hilfsstoffe zur Erzielung thixotropischer Eigenschaften und einer guten Verarbeitungsfähigkeit
  • Zement (CE-zugelassen) als Bindemittel:
    - Styrobet : CEM I 42,5 oder CEM 152,5 (etwa 250 kg/m3)
    - Isobet: Zement (CEM 132,5; CEM I 42,5 oder CEM 152,5) muss noch auf der Baustelle zugefügt werden (25 kg pro Sack Isobet)

2.1 Styrobet

Styrobet wird in Säcken mit etwa 63 Liter Inhalt (isolierende Granulate + Hilfsstoffe + Zement sind vorgemischt) geliefert. Pro Sack müssen etwa 13 Liter Wasser auf der Baustelle zugefügt werden.
Styrobet kann auch mithilfe von speziellen MaxiMixern auf die Baustelle geliefert werden.

Eigenschaften

Bestimmungs-methode

Ergebnis

Volumenmasse
- beim Anmachen
- nach Aushärtung
- trocken (Trocknung bis zum konstanten Gewicht)


NBN B14-218


450 kg/m³ (+/- 10%)
400 kg/m³ (+/- 10%)
300 kg/m³ (+/- 10%)

Druckspannung bei Bruch

EN 826

> 600 kPa

Druckfestigkeit

NBN B14-209

> 0,6 N/mm²

Punktlast (Æ 80 mm)

EN 12430

> 500 kPa

Ermüdung (15000 Zyklen 2 bis 6 kN/m²)

WTCB TV 189 §8.2.3

< 0,05 mm

Lambda-Wert (Rechenwert)

NBN B62-203

0,10 W/m.K

Brandverhalten

NBN S21-203

A1

Verformung bei verteilter Belastung mit erhöhter Temperatur
- 7 Tage 40 kPa u. 50 °C
- 7 Tage 80 kPa u. 50 °C


EUtgb §4.51



< 2 %
< 3 %

2.2 Isobet

Isobet wird in Säcken mit etwa 130 Liter Inhalt (isolierende Granulate + Hilfsstoffe) geliefert. Pro Sack müssen etwa 24 Liter Wasser und 25 kg Zement auf der Baustelle zugefügt werden.
Isobet kann auch mithilfe von speziellen MaxiMixern auf die Baustelle geliefert werden.

Eigenschaften

Bestimmungs-methode

Ergebnis

Volumenmasse
- beim Anmachen
- nach Aushärtung
- trocken (Trocknung bis zum konstanten Gewicht)


NBN B14-218


400 kg/m³ (+/- 10%)
350 kg/m³ (+/- 10%)
240 kg/m³ (+/- 10%)

Druckspannung bei Bruch

EN 826

> 200 kPa

Druckfestigkeit

NBN B14-209

> 0,3 N/mm²

Punktlast (Æ 80 mm)

EN 12430

> 500 kPa

Ermüdung (15000 Zyklen 2 bis 6 kN/m²)

WTCB TV 189 §8.2.3

< 0,05 mm

Lambda-Wert (Rechenwert)

NBN B62-203

0,085 W/m.K

Brandverhalten

NBN S21-203

A1

Verformung bei verteilter Belastung mit erhöhter Temperatur
- 7 Tage 40 kPa u. 50 °C
- 7 Tage 80 kPa u. 50 °C


EUtgb §4.51



< 2 %
< 3 %

 

3. VERARBEITUNG

Der Einbau unterliegt nicht der Kontrolle von Pirobouw und erfolgte gemäß den Gebrauchsanweisungen auf der Verpackung in Verantwortung der Einbaufirma. Die Einbaufirma beachtet die Regeln für eine gute Ausführung.

3.1  Lagerung in Säcken

Die nachfolgend angegebene Lagerdauer gilt nur für die Produkte in ungeöffneter Verpackung. Die Lagerfrist beträgt 6 Monate für Styrobet und 12 Monate für Isobet in einem trocknen und frostfreien Raum.

Die Mörtelsorten werden in Säcken mit etwa 17 kg (63 Liter) für Styrobet und etwa 3 kg (130 Liter) für Isobet geliefert. Auf den Säcken werden die erforderlichen Angaben angebracht, die es gestatten, das Produkt zu identifizieren (Markenname, Verarbeitungsvorschriften, Haltbarkeit, Herstellungsdatum, Herstellungsort, ...).

Die Säcke mit Styrobet werden auf Paletten geliefert, die mit Plastik bedeckt sind; die Säcke mit Isobet werden lose geliefert.  

3.2 Bedingungen bei der Ausführung

Die Umgebungstemperatur und die Temperatur der Tragfläche betragen mindestens 5°C und höchstens 35°C.

Bevor die Ausführung begonnen wird, muss man untersuchen, ob die Oberfläche der Tragfläche fettfrei und sauber, die Tragfläche ausreichend hart und trocken ist, keine beweglichen Brüche oder Risse zeigt und die Dimensionsanforderungen erfüllt, die in den TV 189 [Technischen Hinweise] des WTCB [Wissenschaftliches und technisches Zentrum für den Baubetrieb] vorgesehen sind.

3.3 Anmachen

- Styrobet wird in Säcken mit etwa 63 Liter Inhalt (isolierende Granulate + Hilfsstoffe + Zement sind vorgemischt) geliefert. Pro Sack müssen etwa 13 Liter Wasser auf der Baustelle zugefügt werden.

- Isobet wird in Säcken mit etwa 130 Liter Inhalt (isolierende Granulate + Hilfsstoffe) geliefert. Pro Sack müssen etwa 24 Liter Wasser und 25 kg Zement auf der Baustelle zugefügt werden.

Styrobet- und Isobetmörtelsorten müssen intensiv und ausreichend lange (etwa 3 Minuten in) in einem geeigneten Mischer gemischt werden (Betonmischer, Estrichmaschine, ...), bis ein homogenes Gemisch erzielt wird. Sie müssen immer pro vollständigem Sack gemischt werden.

Bei einer Lieferung mit dem Mischer-Lastkraftwagen, wird die erforderliche Menge Wasser genau dosiert. Es muss gemischt werden, bis man ein homogenes Gemisch bekommt (die Mischzeit ist abhängig vom Volumen und wird auf den Arbeitsdokumenten angegeben) und bis der gesamte Mischer-Lastkraftwagen leer ist.

3.4 Anbringung der Mörtelsorten Styrobet und Isobet auf dem tragenden Boden

Der isolierende Mörtel muss stets auf einem stabilen tragenden Boden in einer Dicke von mindestens 30 mm angebracht werden.

Auf einem hölzernen- oder holzartigen tragenden Boden muss zuerst eine Polyäthylenfolie mit einer Überlappung von mindestens 10 cm oder einer geschweißten Überlappung angebracht werden.

Bei einem Zement gebundenen tragenden Boden, der nicht stark Wasser aufnehmend ist, haftet der Mörtel auf dem sauber gemachten tragenden Boden. Um bei einem sehr stark Wasser aufnehmenden tragenden Boden (z.B. ausgetrockneter Beton) eine Haftung zu erzielen, wird der tragende Boden reichlich angefeuchtet und mit Zement eingestrichen.

Bei der Ausführung auf Folie werden in den Mörtel Schrumpffugen und Randfugen ab einer Oberfläche von 50 m² und bei einer Länge von mehr als 8 m vorgesehen, wie es im § 6 der TV 193 des WTCB vorgesehen ist.

In der tragenden Struktur vorhandene Bewegungsfugen müssen in den Mörtel durchgezogen werden.

 

3.5 Anbringung der Deckschichten auf den Mörtelsorten Styrobet und Isobet

 

Nach 3 bis 4 Tagen können die Deckschichten auf der isolierenden Unterschicht angebracht werden.

Bevor man mit der Anbringung der Deckschicht beginnt, muss untersucht werden, ob die isolierende Unterschicht den dimensionalen Forderungen entspricht, wie sie in dem § 4.2 der TV 189 des WTCB vorgesehen sind.

Die folgenden Deckschichten gehören zu den gängigen Anwendungen:

3.5.1. Zement gebundener Deckboden

Wenn der isolierende Mörtel vollständig getrocknet ist, muss auf der isolierenden Unterschicht eine Folie oder ein Grundanstrich vorgesehen werden, sodass ein zu schnelles Austrocknen des Deckbodens verhindert wird.

Es muss eine Mindestdicke von 5 cm Deckboden vorgesehen werden, um eine ausreichende Lastverteilung zu erreichen.

3.5.2. Trockener Deckboden

Konsultieren Sie hierzu den Hersteller des trockenen Deckbodens und befolgen Sie die Instruktionen genau.

3.5.3. Verlegen von Fliesen im Mörtelbett

Es müssen Fliesen verwendet werden, bei denen der Hersteller die Verlegung der Fliesen im Mörtelbett gestattet. Bei der Anbringung von Naturstein muss man die speziellen Forderungen berücksichtigen, die hierfür gestellt werden.